Buchprojekt "Integrale Philosophie" - neu

08.10.2016


Buchprojekt „Integrale Philosophie“ – neu  08.10.16

 

Mein Plan war seit langem, 3 Integral-Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen: Integrale Philosophie, Integrale Psychologie und Integrale Logik.

Der Begriff „Integral“ steht dabei für eine ganzheitliche, systemische und systematische Darstellung.

Das Buch „Integrale Logik“ habe ich zu Ende geschrieben und 2008 veröffentlicht.

Von den Büchern Integrale Philosophie und Integrale Psychologie gibt es umfangreiche Texte und noch viel mehr Arbeitsmaterial, aber ich habe sie bis heute nicht vollendet und bezweifele leider auch, ob ich sie noch vollenden werde – aus verschiedenen, insbesondere gesundheitlichen Gründen, die ich hier nicht im Einzelnen darlegen möchte.

Ich möchte jetzt aber wenigstens die fertigen Teile veröffentlichen, zuerst der „Integralen Philosophie“. Gerne hätte ich das  im Klartext gemacht, aber die Formeln und Graphiken lassen sich in diesem Homepageprogramm meistens nicht umsetzen. Daher biete ich den Text, soweit fertig, kapitelweise als PDFs an.

Die Texte sind schon vor längerer Zeit geschrieben, manches könnte aktualisiert werden, aber derzeit komme ich leider nicht dazu. Andererseits sind auch viele Aussagen, z. B. über die Form, quasi zeitlos.


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Neu stelle ich - zum direkten Lesen - auch eine Zusammenfassung der Integralen Philosophie ein.



INTEGRALE  PHILOSOPHIE / ÜBERBLICK 


(Dieser Text enthält einige Format-Probleme, die ich aber z.Z. nicht beseitigen kann. Wer den Text in einwandfreiem Format lesen will, den verweise ich auf die  PDF in "Integrale Philosophie" .)

 


0   DIE WELT ALS GANZE

 

0-1  DIE 5 DIMENSIONEN

Man kann die Wirklichkeit oder die Welt in 5 Dimensionen bzw. (Teil-)Welten unterteilen:

 

1.    Form  (logisch-mathematische Welt)

2.    Geist (immaterielle, kulturelle Welt)

3.    Bewusstein (Welt des psychischen Inhalte)

4.    Sprache (Welt der Zeichen)

5.    Materie (stoffliche Welt)

 

0-2  ANZAHL DER WELTEN

Es gibt gute Gründe für diese 5er-Unterteilung („Quintismus“). Es ließen sich allerdings auch andere Einteilungen vertreten, wie z. B. in der 3-Welten Theorie von Karl Popper. So gesehen ist die 5er Unterteilung nur partiell  ontologisch, vor allem aber pragmatisch begründet (optimale Übersichtlichkeit). 

  Hier stellt sich das Problem des Reduktionismus: Sind diese 5 Dimensionen auf ganz wenige elementare Dimensionen, eventuell auf zwei oder sogar nur eine zu reduzieren? Zwar könnte man z. B. argumentieren, das Bewusstsein ließe sich auf das Gehirn - als hochkomplexe Materie - zurückführen, aber dieser und andere Reduktionismen bleiben letztlich unbefriedigend.

 

0-3  DUALISMUS

Eine wesentliche Position in der Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte ist – bis heute – der Dualismus, primär der von Materie und Geist (bzw. Bewusstsein). Danach ließen sich alle Dimensionen der Wirklichkeit auf Materie und/oder Geist zurückführen. Ich diskutiere die wichtigsten Positionen:

-       Materialismus: Materie --> Geist

 Die Materie schafft oder bestimmt den Geist, bzw. der Geist ist nur eine Illusion.

-       Idealismus: Geist --> Materie

Der Geist schafft oder determiniert die Materie, bzw. ist die Materie  letztlich nur eine Illusion.

-       Unionismus: Materie = Geist

 Materie und Geist  verhalten sich  wie zwei Seiten einer Münze.

-       Unitarismus:  Materie <-- X --> Geist

Es existiert ein Prinzip X als Basis von Materie und Geist, z. B. ist Energie dieses Prinzip X.

-       Interaktionismus: Materie <---> Geist

 Es gibt eine Wechselwirkung zwischen Materie und Geist.

 

0-4  MONISMUS

Wie der Dualismus nicht überzeugt, so auch der Monismus, also die Rückführung aller Welten auf eine Dimension, vorrangig die Materie (materialistischer Monismus). Dies könnte folgendermaßen aussehen:

       Form  -->   Geist   -->   Psyche   -->  Sprache -->  Materie    

Zwar kann man den Monismus als philosophisches Ideal ansehen, da Einheit und Einfachheit deren höchste Ziele sind, aber man darf die Komplexität der Wirklichkeit nicht zwanghaft reduzieren.

                                 

0-5  HOLISMUS

Ich versuche zu zeigen, dass die 5 Welten zwar nicht auf eine Einheit (monistisch) zu reduzieren sind, aber dass sie eine Ganzheit bilden. Generell vertrete ich die Auffassung, dass Ganzheit das zentrale Wirklichkeitsprinzip ist. Diese Auffassung kann man  Holismus  nennen. Der Begriff der Ganzheit ist sehr komplex und wird genau erläutert. Dabei beziehe ich mich primär auf  System-Theorie und Polaritäts-Theorie, aber auch auf die Theorie der Selbstähnlichkeit, auf Holographie und Chaos-Theorie.

   Polarität bedeutet: Zwei Entitäten oder Begriffe stehen im Gegensatz, bilden aber zusammen eine Ganzheit. Z. B. Welle und Teilchen in der Physik. Eine universalistische Polaritätslehre bietet das taoistische Modell von Yin und Yang.

   Ein System (als Ganzheit) ist eine Menge von Elementen, die in Abhängigkeit zueinander stehen und gegenüber einer Umwelt eine Einheit bilden: Z. B. ist der Wald das System gegenüber den einzelnen Bäumen als Elementen.

 

 1  Form 


1-0  EINFÜHRUNG

Das Kapitel über die formale Welt ist das schwierigste, aber in  einem solchen Buch unverzichtbar.

Die formale Welt kann man als eigenständige, immaterielle Welt oder als  Unterbereich der geistigen Welt ansehen. Es ist vor allem die Welt der - formalen - Logik und Mathematik. Wie überhaupt bei der geistigen Welt fragt sich, ob diese formale Welt unabhängig von der materiellen Welt (oder jedenfalls der Denkwelt) existiert. Gibt es z. B. eine abstrakte Quantität, oder gibt es nur konkrete quantitative Beziehungen in der realen Welt? Es bietet sich aber an, Formen eine eigene Existenz zuzubilligen, dabei bestehen alle möglichen Formen. Sie gelten für alle anderen Wirklichkeitsbereiche (Materie, Bewusstsein, Geist, Sprache). So gesehen, kann man die Form als die fundamentalste Dimension bestimmen.

 

1-1   KATEGORIEN

Kategorien sind die allgemeinsten Prinzipien des Seins, des Denkens oder Sprechens. An oberster Stelle stehen dabei die formalen Kategorien. Es ist kaum möglich, genau die primären Kategorien anzugeben, denn sie werden wechselseitig definiert. Wesentliche Kategorien sind aber: 1) Gegenstand (Ganzheit, Substanz), 2) Qualität (Eigenschaft), 3) Quantität (Zahlen, Operationen, Summen u.ä.) und 4) Relation (dabei insbesondere Ähnlichkeit bzw. Gleichheit). Wenn Kategorien auch über allen Wirklichkeitsbereichen stehen, so brauchen wir doch sprachliche Zeichen, um sie zu benennen; allenfalls können wir sie unsprachlich denken. Von den Kategorien aus könnte man eine philosophische Weltformel entwerfen, indem man die Kategorien auf die verschiedenen Welten anwendet.

 

1-2  MENGEN / EIGENSCHAFTEN

Aus den oben genannten Kategorien lassen sich ableiten: Individuen, Mengen (eine Vielzahl von Gegenständen), Klassen (alle Gegenstände mit bestimmten Eigenschaften), Teil-Mengen bzw. Teil-Klassen, Verknüpfungen von Mengen wie Schnitt-Menge und Vereinigungs-Menge. Andererseits Begriffe als (geordnete) Mengen von Merkmalen. Hier gibt es Intensitäten  zu unterscheiden, d. h. wie stark ein Merkmal ausgeprägt ist: qualitativ (ja – nein), komparativ (mehr – weniger), metrisch (zu so und soviel Prozent).

 

1-3  SYNTHETISCHE RELATIONEN

Sie sind rein korrelativ, es geht um gemeinsames Bestehen oder nicht Bestehen, wahr oder falsch sein.

Solche formalen Relationen werden in der Logik und der Mathematik beschrieben, z. B.

· Logik: Implikation A --> B (wenn A, dann B), Konjunktion A & B (A und B) usw.

· Mathematik: gleich (groß) a = b, größer a > b, kleiner a < b usw.

Formale Relationen sind für sich weder wahr noch falsch, erst durch Deutung der Variablen werden sie (real) wahr oder falsch. Zeitliche, räumliche, kausale  Relationen gehören nicht zum Bereich Form.

 

1-4  ANALYTISCHE RELATIONEN

Analytische Relationen sind Ableitungen. Während synthetische Relationen (real) wahr oder falsch sein können, sind analytische Relationen immer wahr (Tautologien) oder immer falsch (Kontradiktionen), unabhängig von der Deutung der Variablen.

· Logik: Die wichtigsten analytischen Relationen sind die logische Äquivalenz und die logische Folge. Z. B. A & B --> B („Wenn A und B wahr sind, dann ist auch B wahr“). Die bekanntesten analytischen Relationen sind die traditionellen Syllogismen.

· Mathematik: Analytische Relationen sind Gleichungen wie  z. B. (a = b) <--> (b = a)

 

1-5  SYSTEM UND  UND POLARITÄT

Schon auf formaler Ebene kann man System und Polarität definieren. Ein System ist eine Menge von Objekten, zwischen denen Abhängigkeiten bestehen. Bei einem formalen System bestehen diese Relationen nur in synthetischen bzw. analytischen Relationen. So wäre z. B. folgendes einfaches  System zwischen den Objekten A, B, C möglich: (A --> B) & (B --> C) oder  (A = B) &  (B = C).

  Polarität lässt sich logisch z. B. als quantitativer kontradiktorischer Gegensatz definieren. D. h.:  Yin und Yang nehmen Werte zwischen 0 und 1 an, wobei die Summe ihrer Werte immer 1 ergibt.

 

 

2  MATERIE

 

2-1  SYSTEM UND POLARITÄT

Die Materie (materielle Welt) wird auch gerne als reale Welt bzw. Realität oder Außenwelt bezeichnet. Die materielle Welt spannt sich vom gesamten Kosmos bis zu den Elementarteilchen. Die meisten materiellen Phänomene lassen sich am besten als dynamische Systeme beschreiben häufig als komplexe, nonlineare Systeme. Ein solches System beinhaltet Elemente, Struktur, Beziehungen zur Umwelt, Funktion sowie Einheit. Je nach (Über-)Betonung einer dieser Komponenten spricht man von: Atomismus, Strukturalismus, Ökologismus, Funktionalismus oder Emergentismus. Hier soll dagegen eine integrative Theorie vertreten werden.

   Auf der anderen Seite ist die materielle Welt durch Polaritäten  wie Welle – Teilchen oder   Masse - Energie gekennzeichnet.

 

2-2  MAKRO- UND MIKRO-WELT

Die Makro-Welt ist zunächst der Kosmos, das Weltall, als Gesamtwelt. Es ist die Welt der Sonnensysteme, Sonnen und Planeten, damit auch der Erde, aber man kann ebenfalls  Berge, Gewässer, Landschaften und Atmosphäre (z. T.) dazu zählen. Wahrscheinlich gelten im ganzen Kosmos dieselben Gesetzmäßigkeiten, die sich mathematisch ausdrücken lassen. Über die oben genannten formalen Prinzipien gelten in der Materie Prinzipien wie Raum und Zeit, die allerdings untrennbar mir der Materie verbunden sind. Phänomene wie  Elektrizität, Magnetismus, Schall usw. erweisen sich als ableitbar.

   Die Mikro-Welt ist die Welt der Moleküle, Atome und Elementarteilchen, wie sie vor allem von der Physik und Chemie beschrieben werden. Man unterscheidet zwar folgende Aggregatzustände der Materie: fest, flüssig, gasförmig und plasmaförmig. Aber auf subatomarer Ebene gibt es nur Bewegung. Es werden bis heute vier Grund-Kräfte angenommen. Neben der makro-physikalischen Schwerkraft und elektromagnetischen Kraft gibt es zwei spezielle mikro-physikalische Kräfte: schwache Kernkraft und starke Kernkraft. Der Ansatz einer physikalischen Welt-Formel setzt vor allem bei diesen vier Kräften an und versucht, sie zusammenzufassen, im Ideal sie auf eine Urkraft zurückzuführen.

 

2-3  LEBEN / NATUR

Es ist nicht genau anzugeben, wodurch sich Leben (belebte Materie) von anorganischer unbelebter Materie unterscheidet. Als Merkmale werden genannt: Stoffwechsel, Fortpflanzung, Vererbung u.a. Dabei gibt es viele verschiedene Theorien über das Verhältnis von Leben und Materie:
-     Animismus (vorwissenschaftlich): Alles ist belebt, auch die „tote“ Materie (heute wieder aktuell)

-       Vitalismus: Lebewesen besitzen ein besonderes Lebensprinzip, eine Lebensenergie o.ä.

-       Reduktionismus: Leben lässt sich vollständig auf chemisch-physikalische Prozesse reduzieren

-       Systemtheorie: Leben ist ein Emergenz-Phänomen hochkomplexer Materie

Bisher ist nur Leben auf unserer Erde bekannt. Die Lebewesen ordnen sich in vielen Arten von einfach strukturierten bis zu hoch komplexen Körpern. Eine grobe Unterteilung ist die zwischen Pflanzen und Tieren, zu denen auch der Mensch gehört. Lebewesen lassen sich als biologische Systeme beschreiben.

 

2-4  TECHNIK

Zwar gibt es auch Vorläufer von Technik bei (höheren) Tieren, aber im Grunde ist Technik mit dem Menschen verbunden; ob andere intelligente außerirdische Lebewesen über Technik verfügen, können wir nur vermuten. Technik bedeutet, dass der Mensch die Natur zu bestimmten Zwecken verändert: für Nahrung, Unterkunft, Gesundheit, Verkehr, Kommunikation, Sicherheit, Forschung u.v.m. Mit der Technik verbunden, aber von ihr zu unterscheiden ist die Kultur, quasi das geistige Gegenstück.

 

2-5  EVOLUTION

Im Urknall soll das Weltall entstanden sein (hier stellen sich viele philosophische Fragen nach Schöpfung, Ewigkeit usw.) Es bildeten sich Sonnensysteme, später Planeten. Auf dem Planeten Erde entstand Leben, schließlich Intelligenz. Welche Zukunft der Kosmos haben wird, ist umstritten. Sicher scheint, dass nicht nur Lebewesen, sondern auch anorganische Gebilde wie Sterne altern und sterben. So wie sich der Kosmos bis heute ständig ausdehnt, könnte er auch wieder impandieren. Es gibt die Theorie vom thermodynamischen Wärmetod des Universums. Optimistische Theorien nehmen dagegen eine permanente Höherentwicklung zu immer komplexeren und intelligenteren Organismen an.




3  BEWUSSTSEIN

 

3-1 BEWUSSTSEINS-INHALTE

Beim Bewusstsein kann man generell 2 Aspekte unterscheiden:

erstens die persönliche Psyche (Ich, Persönlichkeit,  psychisches System),

zweitens Bewusstseins-Inhalte, d. h. Funktionen  wie Fühlen und Denken bzw. Gebilde wie Gefühle und Gedanken. Die wichtigsten Bewussteins-Inhalte sind:

·  sensuell: Sinneswahrnehmungen, Empfindungen, Körperwahrnehmungen

·  kognitiv: Gedanken, Vorstellungen, Phantasien, Intuitionen

·  emotional: Triebe, Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle, Stimmungen

 

3-2 PSYCHISCHES SYSTEM

Man kann das psychische System vorrangig als (komplexes) informationsverarbeitendes System definieren. Es nimmt Informationen auf, speichert, analysiert und bewertet sie, oder gibt dann seinerseits Informationen ab, direkt in Form von Sprache oder indirekt durch Verhalten. Wichtig ist, dass wir es hier mit einer identifizierbaren, individuellen Persönlichkeit zu tun haben.

   Zur Welt des Bewusstseins gehören alle Bewusstseins oder alle „Seelen“. Es ist dies primär die Welt des Menschen, partiell auch der höheren Tiere, spekulativ von „Geistwesen“ wie Geistern oder Gott. Das eigene Bewusstsein ist einem über Selbsterfahrung zugänglich, das anderer kann man nur erschließen.  Psychische Prozesse verlaufen in der Zeit, allerdings wird die Unsterblichkeit der Seele diskutiert. Für den Idealisten ist die Seele unabhängig, für den Materialisten abhängig vom Körper und Gehirn.

 

3-3 BEWUSSTSEINS-STUFEN

Man unterscheidet verschiedene Bewusstseins-Stufen: unbewusst, unterbewusst, vorbewusst, bewusst und überbewusst. Diese Stufen lassen sich in Verbindung bringen mit Bewusstseinszuständen wie Wachen, Schlafen, Meditation, Hypnose u. a. Diese sind insbesondere im EEG durch Alpha-, Beta-, Theta- und Delta-Wellen messbar.

  Auf der anderen Seite werden diese Bewusstseins-Stufen aber auch als psychische Untersysteme verstanden, vor allem das Unterbewusstsein oder das Unbewusste. Dabei gilt das Unbewusste, z. B. in der Psychoanalyse, primär als Ort verdrängter Erinnerungen, Gefühle und Wünsche, während es in der Suggestologie („Positives Denken“ usw.) gerade als Kraftquelle für Kreativität und Gesundheit gilt oder - in Form eines kollektiven Unbewussten -  als Reservoir von Archetypen.

 

3-4  SPIRITUELLES BEWUSSTSEIN

Am bekanntesten ist die Unterscheidung von Ken Wilber zwischen prä-personalem, personalem und trans-personalem Bewusstsein. Als eigentlich spirituelles Bewusstsein akzeptiert Wilber nur das trans-personale, während von anderen Autoren auch ein unbewusstes Sein, eingebettet in die Welt, z. B. in Form einer Naturmystik als spirituell interpretiert wird. Im einzelnen werden dann z. B. 6 oder 9  verschiedene Ebenen des spirituellen Bewusstseins bzw. des spirituellen Selbst unterschieden.

 

3-5 EVOLUTION

Es sollen vor allem zwei konträre Theorien der Entwicklung des Bewusstseins vorgestellt und diskutiert werden. Erstens das wissenschaftliche Modell, nach dem Bewusstsein eine Funktion des Gehirns ist, also hochkomplexer Materie. Nach dieser Theorie ist Bewusstein auch erst mit der Entwicklung des Gehirns entstanden, und es kann somit nur  „wachsen“ und sich vervollkommnen durch weitere Gehirn-Entwicklung; wobei in unserem technologischen Zeitalter die biologische Evolution ergänzt oder abgelöst werden kann durch gentechnisch gesteuerte Gehirnentwicklung und durch Verwendung elektronischer Systeme  bzw. Computer.

   Die spirituelle Theorie des Bewussteins-Evolution (in vielen verschiedenen Varianten) geht von folgendem Prozess aus: Am Anfang steht Gott bzw. das göttliche Bewusstsein. Das göttliche Bewusstein gebiert aus sich die Welt. Dies wird auch als „Fall in die Materie“ oder Involution (Ein-wicklung) beschrieben. Mit der zunehmenden Entwicklung  - auf der Erde - entstehen immer intelligentere Lebewesen, bis hin zum Menschen. Im Menschen kommt es zur eigentlichen Bewusstseins-Evolution (Aus-wicklung), das göttliche Bewusstsein wickelt sich wieder aus der Materie aus.

 

 

4  GEIST  

 

4-1  DEFINITIONEN VON GEIST

Was Geist ist, ob es überhaupt eine eigenständige Dimension Geist gibt, ist sehr umstritten. Man kann vor allem folgende Bestimmungen des Geistes  bzw. des Begriffs „Geist“ unterscheiden:

·    Geist als Person (diesen personalen Geist behandle ich im Punkt „Bewusstsein“)

Psyche, Persönlichkeit /  Gruppengeist, Weltgeist / reines „Geistwesen“

·    Geist als kognitives Vermögen 

Verstand / Vernunft / Spiritualität / (gehört zum personalen Geist)

·    Geist als „Idee“ (das behandele ich im Punkt „Sprache“)

Begriff / Information / platonische Idee, z. B. „der Mensch als Ebenbild Gottes“

·    Geist als Natur (behandele ich im Punkt „Materie“)

Die Intelligenz in der Natur, z. B. der Bauplan eines  Lebewesens

·    Geist als Kultur

Wissenschaft, Philosophie, Religion, Recht, soziale Normen usw., allgemein Gedanken.

 

4-2  KULTUR

Ich behandele in diesem Punkt 4 nur den Geist als Kultur. Die Kultur ist die geistige Entsprechung der Technik. Auch bei der Kultur handelt es sich um eine – kollektive - Schöpfung des Menschen, partiell  auch von höheren Tieren. Wissenschaft, Religion, Kunst, die Gesetze und Normen des Zusammenlebens u.v.m sind Kultur. Die Kultur des Menschen ist einerseits aus der Natur erwachsen, andererseits bedeutet Kultur Verfeinerung, Zähmung, letztlich Überwindung der Natur. Natur und Kultur bilden geradezu eine zentrale Polarität (die sich aber nicht einfach auf Yin und Yang abbilden lässt). Jedenfalls ist auch Kultur mit einem materiellen Träger verbunden, z. B. eine Melodie mit Tönen. Man kann die Kultur einer Gesellschaft als ein System beschreiben, das einerseits aus „Subkulturen“ besteht, die miteinander in Wechselwirkung stehen, andererseits Teil eines größeren interkulturellen Systems ist.

 

4-3  Wissenschaft und Philosophie

Alle Wissenschaften sind letztlich aus der Philosophie erwachsen, haben sich aber im Laufe der Geschichte von  ihr gelöst, wobei in der Wissenschaftstheorie (als philosophischer Disziplin) wieder eine engere Verbindung hergestellt wird. Eine wesentliche Unterscheidung bei der Wissenschaft ist der Entdeckung-, Begründungs- und Verwertungs-Zusammenhang, mit Bevorzugung der Begründung.  Man kann wissenschaftliche Theorien dabei als Systeme von Aussagen darstellen. Welche, vor allem logischen Fragen sich bei der Prüfung von Aussagen ergeben, soll ein Schwerpunkt dieses Punktes sein.

 

4-3 Religion und Spiritualität

Hier wird versucht, verschiedene Auffassungen über Gott mittels der Polaritäts-Theorie zu ordnen (all-mächtig, all-gütig, all-wissend u. ä.). Außerdem werden moderne Gottesdefinitionen diskutiert, wie sie in der System-Theorie aufgestellt  worden, sind, z. B. Gott als Dynamik der Evolution. Ein weiteres Thema ist der Vergleich des Gottesbildes in christlicher Religion und Esoterik, wobei der Unterschied zwischen einem transzendenten und immanenten Gott ein wichtige Rolle spielt.

 

4-5 EVOLUTION

Evolution bedeutet nicht-zyklische Veränderung. Dabei gibt es vor allem zwei Konzepte: Erstens Evolution als Entfaltung, d. h. es wird etwas, freigesetzt (ent-faltet), was schon vorhanden ist. Zweitens Evolution als Wachstum, d. h. es wird etwas Neues aufgenommen bzw. gelernt. Nach der traditionellen Auffassung stehen die (Platonischen) Ideen außerhalb der Zeit, sie bleiben ewig gleich und kennen keine Evolution. Für den kulturellen Geist kann man aber durchaus Entwicklungen feststellen, so klingen z. B. die heutigen Musikkompositionen offensichtlich anders als die klassischen Werke zu Zeiten von Mozart und Beethoven. Dabei lässt sich gerade an diesem Beispiel sehr schön das Problem verdeutlichen, ob Entwicklung unbedingt Verbesserung und Fortschritt bedeutet. Womöglich haben wir, was die Qualität musikalischer Kompositionen betrifft, schon lange den Gipfel überschritten. Es werden im Text Kriterien  diskutiert, wie man den Wert einer kulturellen, geistigen Leistung beurteilen kann. 



   

5  SPRACHE

 

5-1  SPRACHE  ALS ZEICHENSYSTEM

Sprache ist ein Kulturphänomen. Aber Sprache hat die Besonderheit, dass sie bezeichnet bzw. bedeutet, also immer auf anderes verweist.  Sprache verweist extensional vor allem auf die reale materielle Welt, intensional dagegen auf die geistige Welt (Begriffe bzw. Ideen), wie immer man die genau definiert. Aber Sprache bezeichnet nicht nur, sie strukturiert auch unser Denken. Und wir sind für die meisten Formen der Darstellung auf Sprache angewiesen. Auch gilt Sprache als schöpferisch: „Am Anfang war das Wort.“ Andererseits, gerade bei der Sprache ist die Bindung an die Materie  sehr deutlich, als Lautsprache oder  Schriftsprache.

   Die Sprache bildet ein System, ein Zeichensystem, aus kleinsten Einheiten werden immer komplexere Gebilde aufgebaut: Buchstabe/Laut – Morphem – Wort – Satz – Satzverbindung – Text. Dabei besteht z. B. eine Polarität zwischen bedeutungstragenden und bedeutungsunterscheidenden Einheiten. Im einzelnen unterscheidet man bei einem Zeichensystem die Form (Syntaktik), die Bedeutung (Semantik) und die Funktion (Pragmatik), z. B. besitzt die Sprache Darstellungs- und Appell-Funktion.

 

5-2  GRAMMATIK

Die sprachlichen Zeichen gehören selbst immer zur Materie, sie sind die materiellen Träger von Bedeutungen. Die verbreitetste Sprache ist die Lautsprache, bei der Töne (Laute) Bedeutung tragen bzw. differenzieren. Laute sind physikalisch Schall, unterliegen also Raum und Zeit. Zwar sind Töne unsichtbar, dafür hören wir sie. Besondere Relevanz hat, dass sie in der Zeit aneinandergereiht werden. Anders bei der Schriftsprache. Schriftzeichen nehmen wir mit den Augen war, hier ist also die räumliche Dimension von Relevanz, meistens eine lineare Aneinanderreihung.

   Rein physikalisch werden Töne von der Phonetik beschrieben, Zeichen als bedeutungstragende Einheiten werden aber von der Syntaktik (Grammatik) beschrieben. Zur Syntax gehören in erster Linie das Zeichen-Vokabular und die Regeln zur Bildung und Verknüpfung von Zeichen.

 

5-3  BEDEUTUNG

Es gibt es  verschiedene Bedeutungs-Arten zu unterscheiden:

· Realität

   - Extension: z. B. bezeichnet das Wort „Hund“ die Klasse aller Hunde (vereinfacht gesagt)

   - Intension: z. B. bezieht sich das Wort „Hund“ auf den Begriff  Hund

· Psyche: das Wort „Hund“ löst bestimmte Vorstellungen, Gedanken oder Gefühle aus

· Sprache: das Wort „Hund“ steht in Bedeutungszusammenhang mit anderen Wörtern, z. B. „Vierbeiner“, „bellen“ usw.

Man kann durchaus diskutieren, welche Bedeutung die primäre ist. Ich halte die realistische Bedeutung für zentral. Dabei ist philosophisch die Intension besonders wichtig, also der Bezug auf Begriffe.

 

5-4  IDEEN

Gerade Substantive („Allgemein-Begriffe“) wie z. B. der Begriff ‚Mensch’ werden philosophisch auch als Ideen gedeutet, gemäß der Platonischen Ideenlehre. Allerdings ist sehr umstritten, wie die Allgemein-Begriffe bzw. die Ideen zu deuten sind (Universalien-Problem), als

· eine rein sprachliche Abstraktion, welche die gemeinsamen Eigenschaften einer Klasse, z. B. der

   Klasse aller Menschen, zusammenfasst

· das reale Wesen einer Klasse, z. B. das Wesen (die Identität) des Menschen

· eine geistige Idee, ein Urbild des Menschen, das ewig gilt, unabhängig von Evolution und Geschichte.

 

5-5  EVOLUTION         

Sprachen verändern sich fortlaufend, es sind gewissermaßen offene Systeme, die auch im Wettbewerb stehen. Interessant ist: Wie entstehen Entwicklungen? Einerseits ändern sich Sprachen spontan im Sinne der Evolutionstheorie, durch Zufall entstehen Varianten, die sich per Selektion durchsetzen. Andererseits erfolgen gezielte Änderungen der Sprache durch Instanzen (Duden).  So gibt es einerseits Verknüpfungen und Angleichungen von Sprachen (Yin-Polarität), andererseits Abspaltungen, Ausbildungen  von Dialekten,  Sondersprachen usw. (Yang-Polarität).

 

 

  

6  MENSCH
   

6-1  KÖRPER

Der Körper des Menschen bildet zusammen mit der Psyche ein psycho-physisches System. Dabei ist der Körper seinerseits ein komplexes, hierarchisches System mit folgenden Untersystemen: Organsysteme, Organe, Organstrukturen, Zellen, Moleküle usw. Der menschliche Körper weist einerseits gegenüber verwandten Tieren besondere Vorteile auf, z. B. das hochentwickelte Gehirn und die sehr flexible  Hand, besitzt aber auch viele Schwächen (Stichworte „physiologische Frühgeburt“, „Mängelwesen“). Obwohl gerne als Krone der Schöpfung gepriesen,ist der Mensch sehr Krankheitsanfällig.

 

6-2  PSYCHE

Die Seele des Menschen kann man als psychisches System beschreiben, das vor allem kognitive und emotionale Funktionen besitzt. Es gibt Eigenschaften, die für alle Menschen gelten (z. B. Orientierung am Lustprinzip), solche, die für Gruppen bzw. Charaktertypen gelten (z. B. introvertiert versus extravertiert) und Eigenschaften, die nur für  je ein Individuum gelten. Der Mensch ist ein Konfliktwesen, es besteht vor allem eine Diskrepanz zwischen seinem Verstand  und seiner emotional-triebhaften Aggression, die noch stark von der Natur (vom Tier in sich) geprägt ist.

 

6-3  GESELLSCHAFTt

Es gibt verschiedene Formen bzw. Modelle von Gemeinschaft und Gesellschaft, die man anhand der Yin-Yang-Polarität ordnen kann:

· solidarische Gesellschaft (Yin): eine Gesellschaft von Gleichheit und Gerechtigkeit, dies ist das Bestreben des Sozialismus, real gibt es aber offensichtlich keine Gesellschaft, in der diese Ziele überzeugend verwirklicht sind (weil das aggressive Erbe der menschlichen Natur dem entgegensteht).

· konkurrierende Gesellschaft (Yang): eine Gesellschaft von Wettbewerb, in welcher der Stärkste sich durchsetzt. Dies ist die früh-kapitalistische Leistungsgesellschaft: eine eher primitive Gesellschaft, noch vom Kampf ums Dasein in der Natur geprägt, daher auch vom Sozial-Darwinismus gefordert.

· ganzheitliche Gesellschaft (Yin +Yang): eine Gesellschaft, die Konkurrenz und Kooperation verbinden sucht, das Modell der sozialen Marktwirtschaft, welche derzeit aber an Boden verloren hat.

· spirituelle Gesellschaft (Tao): eine Gesellschaft, die auf die Verbindung zu Gott hin orientiert ist. Ein Gottesstaat, der aber in Gefahr steht, in Fundamentalismus oder Sektierei abzugleiten.

 

6-4  MANN UND FRAU

Am Verhältnis von Mann und Frau lassen sich besonders gut die unterschiedlichen Definitionen von Yin und Yang und damit auch von Frauen- und Männerbild darstellen.

· passiv und aktiv: Yin  = Schatten, Dunkelheit, Kühle.  Yang  = Sonne, Licht, Wärme.

Dies ist die wohl ursprünglichste Deutung, hier steht das weibliche Prinzip (Yin), aber auch die reale Frau für Passivität, Empfänglichkeit, das männliche Prinzip (Yang) für Aktivität, Schöpfung und Geist.

· emotional und rational: Yin =  triebhaft, leidenschaftlich. Yang = beherrscht, vernünftig.

Ebenfalls eine traditionelle Einschätzung: Hier wird die Frau als sinnlich und sündig abgestempelt, der Mann dagegen gilt als vernunftgesteuert, er hat die „wilde Frau“ zu beherrschen.

· sanft und aggressiv: Yin = bindend, kooperativ. Yang = trennend, zerstörerisch, machtgierig.

Dies ist die modernste Deutung, mit einer Aufwertung der Frau, wie sie  im New Age vertreten wird.

 

6-5  EVOLUTION

Über die Abstammung des Menschen herrscht heute - im Sinne der Evolutionstheorie - in der Wissensgemeinschaft weitgehend Einigkeit, wenn auch z. B. von den sogenannten Kreationisten weiterhin buchstabengetreu die biblische Schöpfungstheorie gelehrt wird. Problematischer ist, in welche Richtung die Evolution gehen wird, wenn auch hier Strenggläubige an ein feststehendes Ende glauben. Grundsätzlich wird die langsame biologische Evolution immer mehr abgelöst von einer wissenschaftlich-technischen Evolution. Dabei sind alle Szenarien sind denkbar: vom Untergang der Menschheit  bis zu einer (permanenten) Weiterentwicklung, wobei zu diskutieren ist, was Fortschritt auch in psychologischer, ethischer und sozialer Hinsicht bedeutet - etwa die Ideale von Humanismus und Aufklärung



7  ERKENNTNIS

 

7-1 Wahrheits-Theorien

Nachdem in den vorigen Punkten beschrieben wurde, wie man sich den Aufbau der Wirklichkeit denken kann, stellt sich natürlich die Frage: Wie kommt man zu solchen (und anderen) Erkenntnissen? Wie findet man die Wahrheit? Dabei werden zunächst verschiedene Wahrheitstheorien erläutert:

· Adäquations-Theorie: Hier ist Wahrheit die „Widerspiegelung“ der Wirklichkeit.

· Korrespondenz-Theorie: Wahrheit ist eindeutige Entsprechung (von Theorie und Welt).

· Kohärenz-Theorie: Wahrheit ist Widerspruchsfreiheit in einer (wissenschaftlichen) Theorie.

· Konsens-Theorie: Wahrheit ist Übereinkunft (der Wissensgemeinschaft).

· Evolutions-Theorie: Wahrheit ist Nützlichkeit (Selektionsvorteil im Daseinskampf).

 

7-2  Erkenntnis-Methoden

Als wichtigste Erkenntnis-Methoden kann man bestimmen:

· Beobachtung und Experiment: Einsatz der Sinne, sehen, hören, tasten, riechen usw., in natürlichen Situationen oder künstlich hergestellten (Experiment), somit der empirische Zugang zur Welt.

· Messungen und Technik:  Erweiterung unserer Sinne durch Messinstrumente wie Mikroskop, Fernrohr, Wellenmessungen, Temperaturmessungen usw., heute meist mit dem Computer ausgewertet.

· Introspektion und Intuition: Innenschau, Selbstbeobachtung, aber auch Einfühlung in andere gelten zwar wissenschaftlich nicht als beweiskräftig, sind aber bei der Alltagserkenntnis sehr bedeutend.

· Handeln und Verhalten: Wir er-fahren oder er-leben etwas. D. h. durch „Fahren“ durch Unterwegssein, uns Einlassen auf das Leben kommen wir zu Erfahrungen oder Erlebnissen.

· Theoriebildung und Deduktion: Dies ist der rationale, apriorische, analytische Zugang zur Welt, durch Konstruktion von Theorien,  Schlüsse und Berechnungen in Logik und Mathematik.

 

7-3  Erkenntnis-Theorien

Aus den Erkenntnis-Methoden leiten sich bestimmte Erkenntnis-Theorien ab, je nachdem, welche Erkenntnis-Methode man für die wichtigste oder sogar einzig gültige hält:

· Empirismus oder Sensualismus: Betonung der - sinnlichen oder technischen - Empirie

· Intuitionismus: Betonung der inneren Erfahrung, der Intuition und Introspektion

· Pragmatismus: Betonung der Handelns, der Praxis, der Lebenserfahrung

· Rationalismus: Betonung von Verstand und Vernunft, Logik und Mathematik

· Integrativismus: Integration aller Erkenntnismethoden, jeder ihre Rolle zuweisen

 

7-4  Subjektivismus - Objektivismus                                

Unter der Polarität Subjektivismus – Objektivismus wird weitgehend der alte Gegensatz zwischen Rationalismus und Empirismus neu ausgetragen.

  Für den Subjektivisten ist die Erkenntnis durch das Subjekt bestimmt: Das erkennende Subjekt projiziert seine eignen Wahrnehmungs- und Denkstrukturen auf die Wirklichkeit, um sie dann dort „wiederzufinden“. Im Extrem, bei einem radikalen Konstruktivismus wird eine  Wirklichkeit an sich völlig geleugnet, die Welt ist eine Schöpfung des Subjekts, in letzter Konsequenz führt das zum Solipsismus.

   Für den Objektivismus ist die Erkenntnis durch das Objekt, die objektive Wirklichkeit bestimmt. Im Extrem vertritt man einen naiven Realismus, wonach das Objekt im Subjekt  widergespiegelt wird.

 

7-5  Richtiges  Erkennen

Wesentliche Kriterien korrekter Erkenntnis bzw. adäquater Darstellung sind:

· nur der Wahrheit verpflichtet sein, sich dabei bewusst beleiben, dass die  Wahrheit nicht vollständig erkennbar ist und es wahrscheinlich auch nicht die eine Wahrheit gibt

· verschiedene Erkenntnisansätze verbinden: empirisch – rational, synthetisch – analytisch usw., mit dem Ziel ganzheitlichen, systemischen Erkennens

· sich um Klarheit, Deutlichkeit, Präzision, Einfachheit bemühen

· Systematik, d. h. Übersichtlichkeit, und Anschaulichkeit verbinden, Struktur und Bild

· kritisch sein, vor allem auch selbstkritisch und ideologiekritisch, immer auf der Hut vor Dogmen.


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