Psychologie

 (07. 10. 2018 / 03. 04. 2012)

 

 

(1) EINFÜHRUNG 

(2) MEINE ARBEITSGEBIETE

(3) AUSWAHL DER DOWNLOADS 

(4) DOWNLOADS

(5) INTEGRALE PSYCHOLOGIE - TEXT  

 

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(1) EINFÜHRUNG

 

Außer über Philosophie (einschließlich Logik) habe ich am meisten über Psychologie und Psychotherapie gearbeitet.

 

Dabei bestehen durchaus enge Verbindungen zwischen Philosophie und Psychologie. Der Philosophie geht es um die Erkenntnis der Wahrheit. Bei allem Bemühen, Wahrheit zu objektivieren und z. B. auf Messgeräte zu rekurrieren, letztlich ist es doch immer das Bewusstsein des Menschen, seine Sinneswahrnehmungen und Gedanken, die die Wahrheit feststellen.  

 

Und dazu ist es erforderlich, die kognitiven Strukturen des Men- schen zu kennen, die Beschaffenheit seiner Sinnesorgane, letztlich auch des Gehirns, was zur Psychologie und darüber hinaus zur Psycho-Physiologie und Neurologie überleitet.

 

Aber nicht nur die kognitiven Strukturen des Menschen sind von Bedeutung, sondern auch seine emotionale Dynamik. Denn Gefühle wie Ängste, Hoffnung, Zorn usw. können durchaus den Erkenntnisprozess beeinflussen, erst recht bei psychischen Störungen, wie sie die klinische Psychologie beschreibt.  

 

Das soll keinen Psychologismus begründen, dass man Philosophie auf Psychologie reduziert, aber es wäre naiv zu glauben, die Philosophie brauche die Ergebnisse der Psychologie nicht.

 

Umgekehrt kann auch die Philosophie der Psychologie etwas geben, nicht nur im Sinne einer Wissenschaftstheorie, sondern die Philosophie hat z. B. auch wichtige Beiträge zum Menschenbild hervorgebracht, die für die Psychologie wichtig sind.

 

Die Psychologie besitzt ebenfalls Überschneidungen und Wechselwirkungen mit der Esoterik, etwa was die Frage außersinnlicher Wahrnehmung oder die spirituelle Entwicklung des Menschen betrifft. (Ähnlich bestehen zwischen Philosophie und Esoterik Verbindungen, wie ich in meinem Buch „Esoterik“ ausführlich beschrieben habe.)

 

Wenn ich in meinen Arbeiten Modelle psychischer Gesundheit und psychischer Entfaltung beschreibe, so bedeutet das nicht, dass ich für mich persönlich beanspruche, alle psychischen Probleme überwunden zu haben und nur in größter Harmonie zu leben. Nach einer traumatischen „broken home situation (die ich hier nicht weiter beschreiben möchte) habe ich sehr wohl psychische Probleme kennen gelernt und von daher auch psychotherapeutische Erfahrungen gemacht. Obwohl ich nicht alle Probleme lösen konnte, habe ich dabei doch eine solche Selbsterkenntnis erreicht, dass meine psychischen Belastungen nicht meine geistige Arbeit stören und beeinflussen.  

 

Und da wohl niemand ohne psychische Belastungen aufwächst, halte ich das generell für wichtig, gerade für Wissenschaftler und Philosophen, sich selbst psychisch zu verstehen, um nicht irrationale Gefühle in seiner Arbeit auszuagieren.

 

Dazu reicht sicher nicht die Lektüre psychologischer Texte, nicht einmal das Studium der Psychologie, sondern dies bedarf der therapeutischen Selbsterfahrung.

 

Eine scheinbar rein rational begründete Annahme oder Verwerfung einer wissenschaftlichen Theorie kann sehr wohl auf unbewussten und ungeklärten Gefühlen beruhen. Ob ein Wissenschaftler eine deterministische Theorie der Welt (nach der alles geordnet ist) oder eine indeterministische Theorie (nach welcher der Zufall eine entscheidende Rolle spielt) bevorzugt, mag durchaus auf seine kindlichen Traumata bzw. Bedürfnisse zurückgehen. Je nach dem, ob er sich im Innersten nach einer sicheren Welt sehnt oder mehr das Abenteuer des Unvorhersehbaren anziehend findet.  

 

Wenn ein Philosoph die Theorie eines anderen Philosophen erbittert bekämpft, dagegen an seiner eigenen (überholten) Theorie eisern festhält, hat dies oft sehr wenig mit Rationalität zu tun, sondern mit narzisstischer Geltungssucht, Neid, Antipathie, Verlustangst u. ä.

 

Von daher würde ich sagen: Die klassische philosophische Aufforderung „Erkenne dich selbst“ (ich füge hinzu, damit du auch die Welt unverzerrt erkennen kannst), verlangt die Ergänzung durch ein  „Erfahre dich selbst“. Natürlich kann man sein Selbst in vielen Situationen erfahren, aber eine therapeutische Selbsterfahrung ist hier unerlässlich, damit man auch bereit ist, sich mit seinen Schattenseiten und Traumata zu konfrontieren.

 

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(2) HAUPT-ARBEITSGEBIETE

 

1) Integrale Psychologie

2) Integrale Psychotherapie

3) Primärtherapie

4) Verantwortung

5) Aggression

 

 

1) Integrale Psychologie

Das ist mein Ansatz einer ganzheitlichen Psychologie, der vor allem auf System-Theorie und Polaritäts-Theorie basiert.

Systemtheoretisch kann man die Psyche (das psychische System) als ein informationsverarbeitendes System beschreiben, das auf Stabilität, Lustgewinn, aber auch Evolution zielt. Im Einzelnen u. a.:

Sinnliche Wahrnehmung  

    wie sehen, hören, riechen, schmecken und tasten:  

   Aufnahme von Reizen bzw. Informationen (Ist-Wert)

- Gedächtnis:

   Speicherung oder Abruf

-  Denken/Phantasie:  

   Analyse, innere Repräsentation, Probehandeln

- Bedürfnisse: Festlegung von Soll-Werten

- Gefühle: Abgleich von Ist-Wert und Soll-Wert, Bewertung

 

Im Sinne der Polaritäts-Theorie kann man vor allem auf die beiden Grundpole Yin und Yang Bezug nehmen, die sich  durch folgende Begriffe kennzeichnen lassen:

            Yin                              Yang

            Bindung                       Abgrenzung

            Anpassung                  Selbstbehauptung

            Kooperation                Aggression

            Einordnung                  Führung

            Emotionalität                Rationalität

 

Das psychische System bewegt sich zwischen diesen beiden Polen und muss ein Gleichgewicht zwischen ihnen finden, das individuell und je nach Umwelt unterschiedlich ausfällt.

 

Hier sind vor allem meine Schriften zur Integralen Psychologie zu nennen, als Unterlagen für ein geplantes Buch: Einführung, Inhaltsbeschreibung und Überblick (die Texte sind einige Jahre alt, aber 2012 korrigiert),

 

 

2) Integrale Psychotherapie

Die Integrale Psychotherapie ergibt sich aus der Integralen Psychologie: Es geht um die Beschreibung, Erklärung und Therapie psychischer Störungen. Wichtig ist für mich dabei, sich nicht auf eine psychotherapeutische Schule festzulegen (also nur Tiefenpsychologie, nur Verhaltenstheorie usw.), sondern die wichtigsten Richtungen miteinander zu verbinden und zu integrieren: neben Tiefenpsychologie / Psychoanalyse und Lerntheorie / Verhaltenstheorie auch humanistische, spirituelle und psycho-physische Ansätze. Dies alles auf der Basis von System-Theorie und Polaritäts-Theorie, was erlaubt, auch scheinbar widersprüchliche Phänomene unter einem einheitlichen Blickwinkel zusammenzuordnen.

 

Diese Integrale Psychotherapie wird – neben den Texten zur Integralen Psychologie – insbesondere in meinem Buch „Die Kunst, sich richtig zu ärgern“ vorgestellt. Der Text ist vollständig auf der Homepage enthalten, bei Buch-Manuskripten.

 

 

3) Primärtherapie

Die Primärtherapie (Primal therapy) ist die von Arthur Janov begründete Psychotherapie. Sie  lässt den Patienten sehr emotional vor allem traumatische Szenen seiner Kindheit wiedererleben, damit er den verdrängten Urschmerz fühlen und so die Verletzungen ausheilen kann. Die Primärtherapie ist meines Erachtens eine der wichtigsten und konsequentesten Primärtherapien, die allerdings auf viel  Ablehnung stieß, da es auch und gerade in der Psychotherapie zwischen den einzelnen Richtungen viel mehr Intrigen als ehrliche und faire Auseinandersetzung gibt, woran Janov allerdings auch nicht schuldlos ist.

 

Als ich vor Jahren über die Primärtherapie schrieb, gab es  kaum seriöse Sekundärliteratur überJanov, sondern meistens ging es in sensationsheischender Manier um den „Urschrei“ und die „Urschreitherapie“, oft mit Spott oder Polemik, ohne Verständnis für die wissenschaftlichen Grundlagen von Janovs Ansatz. Und kaum einer der Kritiker hatte – anders als ich – auch Selbsterfahrung in Primärtherapie.

 

Inzwischen ist es viel ruhiger um die Primärtherapie geworden, es haben sich in den Jahren auch die Defizite der Primärtherapie gezeigt, die der Ergänzung durch andere Therapiemethoden bedarf. Aber nach meinem Dafürhalten hat die Primärtherapie nicht nur großen Einfluss ausgeübt, sondern ist noch immer eine der wirkungsvollsten Psychotherapien.

 

Auf dieser Seite sind einige Artikel von mir über die Primärtherapie eingestellt. Das Buch über Primärtherapie „Der heilende Schmerz“, das ich zusammen mit Werner Gross schrieb, stelle ich hier nicht noch einmal ein, der vollständige Text ist im Punkt  „Buch-Manuskripte“ als PDF-Datei vorhanden.

 

 

4) Verantwortung

ICH ärgere mich über den Regen. – DER REGEN ärgert mich.

Merken Sie den Unterschied zwischen diesen beiden Aussagen? Auf den er­sten Blick scheinen sie zwar dasselbe auszudrücken.

-        Aber im ersten Fall bin ich der Handelnde, gewissermaßen der "Täter".

-        Im zweiten Fall handelt etwas anderes, der Regen. Ich bin sein "Opfer".

 

Es gibt hier allgemein zwei verschiedene Auffassungen: Man kann sie wie folgt benennen:

  • Täter-Theorie
  • Opfer-Theorie.

Nach der Täter-Theorie bewirke ich selbst meinen Ärger, nach der Opfer­-Theorie tut das vor allem die Umwelt. Diese beiden Theorien gehen allerdings weit über das Phänomen Ärger hinaus. Nach der Täter-Theorie liegt es insgesamt an mir, ob ich zufrieden oder unzufrieden, ja sogar ob ich körperlich gesund oder krank bin. Nach der Opfer-Theorie liegt es vor allem an der Umwelt, ob ich glücklich oder unglücklich, bei guter Gesundheit oder kränkelnd  bin.

 

Diese Theorien spielen auch eine große Rolle in der Psychotherapie. Wenn eine Psychotherapie scheitert (was sehr häufig ist), unterstellt der Therapeut bei der Täter-Theorie dem Patienten, er wolle gar nicht wirklich gesund werden, der Therapeut seinerseits  übernimmt keinerlei Verantwortung. Bei der Opfer-Theorie akzeptiert der Therapeut, dass der Patient vielleicht nicht gesund werden kann und er sieht auch seinen therapeutischen Anteil dabei.

 

Über die Psychotherapie hinaus ist unsere gesamte westliche Welt überwiegend an einer Täter-Theorie orientiert. „Jeder ist seines Glückes Schmied" - so lautet das Credo.  Dies bedeutet großteils eine Verdrängung der Tatsache, dass wir in vielem machtlos sind. Realistisch ist dagegen eine Verbindung von Opfer-Theorie und Täter-Theorie.

 

Meine wichtigsten Arbeiten zu dem Thema sind:

-  MACHEN WIRUNS SELBST UNGLÜCKLICH?

   Eine Alternativezu Watzlawick

   Verlag Fachbuchhandlung für Psychologie, Eschborn bei  

   Frankfurt/M. 1985

-  DIE KUNST, SICH RICHTIG ZU ÄRGERN

   Herder Verlag, Freiburg i. Br. 2002

   (hier in diesem Punkt in der Lang-Fassung eingestellt)

 

   

5) Aggression

Sehr viel habe ich auch über den Themenbereich „Aggression, Ärger und Wut“ geforscht und geschrieben. Insbesondere habe ich mich mit narzisstischen Kränkungen,  daraus resultierendem narzisstischen Zorn  und dem damit verbundenen Aufgeber-Dilemma befasst.

 

Vereinfacht stößt man auf zwei Thesen über die Ursachen der Aggression:

 

1. Aggression aus der Natur

Es ist die Natur in uns, das (Raub-)Tier in uns, das natürliche Erbgut, welches uns Menschen zu aggressivem Verhalten treibt. Dabei kann man die Aggression als ein Mittel sehen, mit denen Tiere aber eben auch Menschen sich durchsetzen, ihr Revier verteidigen, ihre Fortpflanzung sichern usw. Man kann aber auch von einem regelrechten Aggressionstrieb ausgehen, der Aggression oder gar Tötung als angeborenes Bedürfnis bedeutet.

 

2. Aggression aus der Kultur oder Zivilisation

Danach ist die Natur de Menschen kaum inhärent aggressiv, aber durch die Unterdrückung seiner natürlichen Bedürfnisse und Gefühle, durch Frustration wird er aggressiv. Auch die unnatürlichen Lebensverhältnisse, ständiger Stress, Einengung in den Städten, massenhafter Kontaktzwang machen uns Menschen aggressiv.

 

M.E. haben beide Theorien recht und unrecht. Es gibt unbestreitbar ein natürliches Aggressionspotential, aber auch die kulturellen, zivilisatorischen Einengungen mit Triebverzicht,  Dichtestress, unnatürlicher Lebensweise usw. machen ebenfalls aggressiv.

Allerdings spielen auch die individuelle genetische Anlage sowie die individuelle Erziehung eines Kindes eine große Rolle dabei, wie weit ein Mensch sich aggressiv entwickelt.

 

Es ist ein sehr schwieriger Balanceakt, eine konstruktive Vermittlung von Natur und Kultur zu finden – dies ist in unserer Gesellschaft bisher nicht überzeugend gelungen, aber generell wohl in kaum einer Gesellschaft. Das Thema „Aggression“ betrifft auch sehr stark die Gesellschaft, daher habe ich das Thema ebenfalls  in diesem Punkt eingestellt.

   

Hier stelle ich u. a. eine erweiterte Fassung meines Buches „Die Kunst, sich richtig zu ärgern“ (als vollständigen Text) zum Download zur Verfügung.

 

 

Zum Seiten-Anfang 

 

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(3) AUSWAHL DER DOWNLOADS

 

Ich habe viele Arbeiten zur Psychologie und Psychotherapie (und auch Spiritualität) geschrieben, von denen ich nur einige hier einstellen möchte (sie sind oben genannt).

Die wichtigsten Arbeiten sind die zu einem Buch-Projekt „Integrale Psychologie“, dessen Fertigstellung noch ungewiss ist. Entsprechend zu meinem Buch-Projekt „Integrale Philosophie“ und zu dem 2008 erschienenen Buch „Integrale Logik“ geht es dabei um ein ganzheitliches Modell, basierend vor allem auf System-Theorie und Polaritäts-Theorie.  

Ansonsten stelle ich verschiedene Aufsätze über therapeutische Themen, aber auch über spezielle Themen wie die Auseinandersetzung mit dem Tod auf diese Seite.

 

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(4) DOWNLOADS 

 

 

VERANTWORTUNG FÜR PSYCHISCHE PROBLEME   

 

 

 

 

 

 

Bohnke (1984): Täter-/ Opfert.

 

 

MACHEN WIR UNS UNGLÜCKL. ?
Eine Alternative zu Watzlawick

 

 

 

 

 

 

 

THERAPIE

 

 

 

 

 

 

 

   

PRIMÄRTHERAPIE

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ÄRGER UND AGGRESSION 

 

 

86 Harmonie.pdf [3.1 MB]

 

 

 

 

 

 

DIE STRUKTUR DER PSYCHE

 

 

 

 

SPEZIELLE THEMEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BUCH-PROJEKT: "Integrale Psychotherapie"

 

 

 

 

 

 

 

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(5) BEN- ALEXANDER BOHNKE -

INTEGRALE  PSYCHOLOGIE

Ganzheitliche Psychotherapie und Evolution

 2012 (ursprünglich 2003)                                

 

EINFÜHRUNG       

 

Dieses Buch handelt von psychischen Störungen und ihrer Therapie. Über die Psychotherapie hinaus informiere ich aber auch über Selbstentfaltung und psychische Evolution  des Menschen.

 

Ausgehend von der Frage: Was ist die Psyche? geht es vor allem um folgende 5 Aspekte psychischer Störungen oder Probleme:

 

1)  Ursachen  - Wodurch entstehen psychische Störungen?

2)  Symptome - Woran erkennt man psychische Störungen?

3)  Typologie  - Wie unterteilt man psychische Störungen?

4)  Therapie  - Wie überwindet man psychische Störungen?

5) Prophylaxe - Wie  verhindert man psychische Störungen?

 

Mein Ansatz ist ganzheitlich oder integral. Konkret bedeutet das: Ich berücksichtige immer alle wesentlichen Seiten der Psyche, nämlich:

 

1.  Psyche als System  -  Einheit, Teile, Strukturen, Funktionen, Umweltbezug

2.  Kognition  -  Wahrnehmen, Denken, Kreativität, Gedächtnis, Spiritualität

3.  Emotion  -  Energie, Triebe, Bedürfnisse, Affekte, Gefühle

4.  Persönlichkei  -  Ich, Einstellungen, Skript, Beschlüsse, Bewusstsein  

5.  Körper / Verhalten  -  Gehirn, Körper-Inneres, Gestalt, Verhalten,   

     Körpersprache                                   

 

Das Buch ist bewusst sehr systematisch geschrieben. Und zwar sind alle Themen in möglichst 5 Punkte unterteilt.

Das erleichtert wesentlich die Übersicht, das Verstehen und Behalten des Textes.                                                                                

 

 

VORWORT

•    Ganzheitlichkeit

•    Allgemeine Theorie

•    Psychologische Theorie

•    Form

•    Systematik

 

Das Buch ist auf wissenschaftlicher Basis, aber allgemeinverständlich geschrieben. Es wendet sich an alle psychologisch interessierten Leser, insbesondere an Psychologen bzw. Psychotherapeuten, und an Menschen, die unter psychischen Problemen leiden.

 

Das Buch soll einerseits eine optimale Information bieten, andererseits praktische Ratschläge bieten. Für Menschen mit psychischen Problemen soll es Ratgeber zur Wahl einer geeigneten Therapie sein. Allerdings kann bereits die Lektüre  therapeutisch wirken, und manche beschriebenen Methoden können auch zur Selbsttherapie eingesetzt werden, obwohl nur in begrenztem Ausmaß. Denn bestimmte therapeutische Prozesse müssen durch einen Fachmann geleitet werden. Psychotherapeuten möchte ich vor allem zur Erweiterung oder auch zur Korrektur ihres eigenen Therapieansatzes motivieren.  

 

Unsere moderne Zeit ist gekennzeichnet durch rasante wissenschaftlich-technische Lebensveränderungen, durch Globalisierung, Komplexität und Pluralismus, durch Auflösung herkömmlicher Werte und Überzeugungen. Dies alles erzeugt neue psychische Belastungen und damit auch neue psychische Störungen, die auch nach neuartigen therapeutischen Ansätzen verlangen.

 

Ich möchte eine moderne Psychotherapie vorstellen, die sich auf diese veränderten Lebensverhältnisse einstellt. Insofern hoffe ich, auch den Lesern, die schon sehr viel über Psychotherapie wissen und gelesen haben, Neues bieten zu können.   

 

Der Begriff „Psychotherapie“ im Haupt-Titel ist erklärungsbedürftig. Denn in meinem Buch geht es nicht nur um die psychologische Therapie oder Behandlung an sich, sondern um die gesamte psychologische Krankheitslehre, die man auch „Klinische Psychologie“ oder „Psychopathologie“ nennt. In dem Kapitel „Grundlagen“ wird darüber hinaus die allgemeine Psychologie kurz dargestellt. Da aber der Begriff „Psychotherapie“ auch übergreifend verwendet wird und populärer ist, habe ich ihn favorisiert.   

 

Mit Integraler Psychotherapie (bzw. Integraler Psychologie) bezeichne ich meinen Ansatz einer ganzheitlichen Psychotherapie.  Integral (lateinisch) bedeutet: ein Ganzes ausmachend, für sich bestehend, vollständig (es ist verwandt mit lateinisch integer: ganz, vollständig, unverletzt, und enthält außerdem den Begriff des Grals.)   

 

Der Text fußt auf meinem Universitätsstudium, meinen früheren Büchern, meiner Tätigkeit als Dozent in der Erwachsenenbildung, langjährigen Überlegungen und Studien, die sich auf tausenden bisher unveröffentlichten Seiten niedergeschlagen haben, auf der Teilnahme an vielen verschiedenen Kursen bzw. Therapien und Meditationsformen – und last but not least auf der Lektüre und Analyse unzähliger psychologischer und anderer Veröffentlichungen. Der Text basiert auf anerkannten wissenschaftlichen Ergebnissen, bedeutet aber andererseits eine sehr eigenständige, innovative Erfassung und Darstellung der Psychotherapie.

 

 

•    Ganzheitlichkeit

Ich nenne meinen Ansatz ganzheitlich oder integral. Der Ganzheitsbegriff wird heute inflationär und schwammig verwendet, er ist durch den ungerechtfertigten Gebrauch sehr strapa-ziert. Dennoch ist er nicht verzichtbar. Ich verwende verschiedene, genau definierte Ganz-heitskonzepte.

 

-    Vollständigkeit: Etwas ist ganz, heißt zunächst: Es fehlt nichts. Ich versuche, alle we-sentlichen Aspekte des Themas aufzunehmen.

-    System: Ganzheit lässt sich als System verstehen. Verschiedene Teile bilden ein Ganzes, ein ganzheitliches System. Diese Aspekt wird vor allem bei der Beschreibung der Psyche – als psychisches System – im Vordergrund stehen.

-    Polarität: Gegensätze er-gänzen sich, werden zu einem Ganzen verbunden. Das spielt die Hauptrolle bei der Analyse von psychischer Störung bzw. Gesundheit

-    Integration: Hier geht es vor allem darum, dass verschiedene Therapie-Methoden zu einer ganzheitlichen Therapie zusammengefasst werden.

-    Heilung: Schließlich kann man Heilung als einen Prozess der Ganzwerdung auffassen, heil sein bedeutet ganz sein. So wie krank sein bedeutet, gespalten zu sein.

 

Allerdings wird der Ganzheitsbegriff auch innerhalb der oben genannten Modelle mit unter-schiedlicher Bedeutung gebraucht. Zur Präzisierung führe ich den Begriff der Meta-Ganzheit ein, den ich schon in früheren Publikationen verwendet habe. Die Ansätze der Systemtheorie und Polaritätstheorie stelle ich im folgenden Punkt kurz vor.  

 

 

•    Allgemeine Theorie

Mein Ansatz basiert generell auf der Systemtheorie. Die Systemtheorie ist die leistungsfähigs-te universale Theorie. Sie beschreibt die Realität in Form von Systemen, so auch die Psyche als psychisches System. Die Systemtheorie erfasst einerseits die Teile eines Systems, andererseits seine Einheit. Teile und Einheit  zusammen bilden die Ganzheit. Bei einem psychischen System bedeutet das: man erfasst sowohl die Psyche eines Menschen insgesamt als auch die unterschiedlichen Teile und Charakterzüge seiner Persönlichkeit sowie seine Umweltbezie-hungen.   

 

Als weitere universalistische  Theorie verwende ich insbesondere die Polaritätstheorie. Man spricht von Polarität, wenn zwei (oder mehr) Gegensätze ein Ganzes bilden. Z. B. sind die Pole männlich und weiblich einerseits gegensätzlich, ergänzen sich aber andererseits, sie bilden zusammen die Ganzheit Geschlechtlichkeit. Die Polaritätstheorie beschreibt die Abhängigkeiten zwischen den Polen.  Außerdem werden Wissenschaften mit einbezogen, die in Verbindung zur Psychologie stehen, wie Philosophie, Soziologie und Biologie, insbesondere die Evolutionstheorie. Deren Ergebnisse sind allerdings teils schon in psychologische Theorien eingeflossen.

 

 

•    Psychologische Theorie

 Außer den universalen theoretischen Ansätzen und den Nachbar-wissenschaften sind selbstverständlich für ein Psychotherapie-Buch spezielle psychologische Ansätze  von besonderer Bedeutung, und zwar vor allem die der sogenannten Klinischen Psychologie. Nach wie vor herrscht in der Psychologie überwiegend eine Konkurrenz von Theorien bzw. Schulen, wie insbesondere zwischen Psychoanalyse und Verhaltenstheorie. Zwar sprechen heute viele Psy-chotherapeuten von der Integration verschiedener Therapien, aber selten wird dieser Anspruch auch überzeugend eingelöst.    

 

Ich integriere in meinem Buch Elemente aus den wichtigsten Schulen: Tiefenpsychologie, Verhaltenspsychologie, Systemische Psychologie, Kognitive Psychologie, Humanistische Psychologie und Transpersonale Psychologie sowie aus eher medizinisch orientierten Disziplinen  wie Neuropsychologie und Psychiatrie. Damit ist selbstverständlich verbunden, dass ich nicht einer bestimmten psychologischen oder psychotherapeutischen Schule verpflichtet bin, allenfalls eben einer integrativen „Schule“.     

 

Und zwar bezieht sich diese Integration sowohl auf die psychologische Theorie wie auf die Praxis, die Psychotherapie. Die verschiedenen psychologischen Ansätze werden in die fundamentale Systemtheorie eingeordnet. Oder anders gesagt: Es wird eine systemtheoretische Psychologie entworfen.   

Dabei geht es mir um eine echte Integration, nicht einfach um ein ‘Zusammenschustern’ der verschiedenen Richtungen. Ich wähle also aus den verschiedenen Psychologien kritisch nur die Elemente aus, die mir fundiert scheinen, und verbinde sie in einer Ganzheit. Um mich von pseudoganzheitlichen Ansätzen abzugrenzen,  spreche ich auch hier von Meta-Ganzheit bzw. Meta-Integration.  

 

 

•    Form

Mein Buch soll zwar kein Lehrbuch sein, aber erst recht kein literarisches Essay. Meine Absicht war, ein übersichtliches, systematisches und verständliches Buch zu schreiben. Ich habe nicht dem Zeitgeist Tribut gezollt, dass auch Sachbücher mit Scherzen, Wortspielen und Anekdoten den Leser zu amüsieren haben und ihnen die Anstrengungen des Denkens möglichst ersparen sollten. Mein Ziel ist vielmehr, Ihnen als Leser prägnante Information zu geben, für Theorie und Praxis.   

 

Deshalb schreibe ich auch ergebnis-orientiert. Damit meine ich: Ich wähle von verschiede-nen Theorien jeweils eine Theorie als bevorzugt aus oder integriere die Theorien zu einer Me-ta-Theorie. Zwar werden zu den einzelnen Themen verschiedene Theorien diskutiert, wenn das den Rahmen nicht sprengt. Aber ich wähle dann einen Ansatz als Favoriten aus, damit eine klare Linie gegeben ist.  

 

Das mag zuweilen willkürlich wirken, ist aber stets wohl überlegt. Nur konnte ich die umfangreichen Erörterungen oft nicht im Text unterbringen, um ihn nicht zu überfrachten. Bei vielen Büchern geht es einem so, dass man nach der Lektüre kaum noch sagen kann, was man  wirklich daraus gelernt und behalten hat. Mit diesem Buch wird Ihnen das hoffentlich nicht so gehen – außerdem kann man durch die klare Gliederung leicht etwas wieder nachschlagen.    

 

Der sehr große Themenbereich lässt sich in einem Buch mit recht begrenztem Umfang natürlich nicht erschöpfend behandeln. Ich möchte in erster Linie einen Überblick geben, der zwar keineswegs oberflächlich sein soll, aber oft auf eine Detaildiskussion verzichten muss. Ebenso muss ich absehen von einer detaillierten Diskussion und ausführlichem Zitieren der Fachliteratur, was auch die gewünschte Übersichtlichkeit und Verständlichkeit des Textes beeinträchtigen würde.

 

 

•    Systematik

Mein Buch besitzt formal eine hohe Systematik und Übersichtlichkeit. Zur Optimierung der systematischen Darstellung folge ich weitgehend einer 5er-Einteilung. Das hat weniger ontologische als pragmatische und lerntheoretische bzw. didaktische Gründe. Sicherlich sind oft andere Einteilungen ebenso gut möglich und sollen partiell auch diskutiert werden. Generell ist jede Einteilung und Klassifikation bis zu einem gewissen Grad willkürlich, in der Realität findet sich überwiegend fließende Übergänge.     

 

Andererseits: Die Einteilung in jeweils 5 Punkte bietet aber eine optimale Übersichtlichkeit.  Das  liegt auch daran, dass die Hand als unser zentrales „Werkzeug“ eben 5 Finger hat und wir schon in der Kindheit lernen, Dinge mit den 5 Fingern der Hand abzuzählen. Die systematische Beibehaltung dieser 5er Ordnung erleichtert das Behalten und die Orientierung. Diese 5er-Ordnung wird auf 3 bis 4 Ebenen realisiert, also es geht z. B. von 1-1-1 bis 1-5-5 oder von 2-1-1-1 bis 2-5-5-5.

 

Aus systematischen Gründen wäre es wünschenswert, immer die gleiche Anzahl von Unterebenen zu verwenden, aber dies ist inhaltlich inadäquat, weil manche In-haltspunkte umfangreicher und weiter differenziert darzustellen sind als andere.    

 

Da es ausführliche Einführungen in Kapiteln und Unterkapiteln gibt, die gar nicht oder mit der Ziffer 0 (null) numerisch bestimmt werden, könnte man bezweifeln, ob die 5er-Struktur wirklich konsequent realisiert wird und nicht implizit z. B. eine 6er-Ordnung gegeben ist. Aber die Einführungen haben eben einen besonderen Stellenwert und gehen daher zu Recht nicht in die 5er-Zählung ein. Allerdings ist es mir auch nicht meine Intention, das 5er-Schema starr durchzuhalten. An Stellen, an denen eine 5er-Zählung dem Stoff nur aufzuzwingen wäre, habe ich bewusst darauf verzichtet.  Wenn angemessen, habe ich die 5er Struktur auch inhaltlich mit gleichen Begriffen realisiert. So sind die Kapitel 1, 3 und 5 prinzipiell parallel aufgebaut, bei den Kapitel 2 und 4 erwies sich eine andere Ordnung als günstiger.  

 

 

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